Wie man Provokationen und Sticheleien am besten kontert Teil 2

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Es war Uschis erste Stelle nach der Ausbildung und dem Umzug vom Land in die Stadt.
Erst schien alles so einfach – die Arbeit machte Spaß, die Kollegen waren nett, das Anfangsgehalt stimmte auch und sie fand sogar eine erschwingliche kleine Wohnung am Stadtrand.
Aber schon sehr bald lernte sie eine andere Seite des Berufslebens kennen. Ihre deutlich ältere Kollegin, Frau Berg (Namen geändert) entpuppte sich als wahre Meisterin in der Kunst der provokativen Sticheleien.
Zunächst hatte sie sich um das „Küken“, wie sie Uschi vor Kollegen nannte, >mütterlich< gekümmert. Irgendwann waren Uschi die  Einmischungen aber zu viel geworden und sie hatte sich sehr zurückgezogen. Sie machte ihre Arbeit und die machte sie gut. Aber – sie erzählte nichts mehr von sich und ihrem Privatleben.
Da begannen die  Giftpfeile über den Schreibtisch zu fliegen. Bei jeder passenden und auch unpassenden Gelegenheit kamen Sprüche wie: „Was machen Sie eigentlich nachts?“, „Liebe Güte, Sie sehen ja wieder verorgelt aus!“, oder „Mädle, wiedermal versackt, letzte Nacht?“.

Uschi war mit der Situation vollkommen überfordert. Sie wollte nichts falsch machen, fürchtete gar, sie könne ihren Job verlieren, wenn Frau Berg sich beim Chef über sie beschwerte. Über eine Freundin kam Uschi zu mir.

Man muss nicht sofort das große Geschütz auffahren, manchmal reicht auch eine kleine Steinschleuder. Viele AngreiferInnen tasten erst einmal das Terrain ab. Darum schlug ich Uschi vor, die Angriffe non-verbal zu beantworten. Zuweilen sind ein paar Gesten ausreichend, um die Attacken abzuwehren und dann ist Ruhe.
Wichtig ist, sich nicht weiter in den Angriff verwickeln zu lassen.

Hier eine Auswahl von Möglichkeiten:

• Nachdem Dein Gegenüber eine dumme Bemerkung gemacht hat, starre ihn/sie mit weit aufgerissenen Augen an, als stünde ein Außerirdischer vor dir. Sage NICHTS!!!
oder
• Nicke ihm/ihr einfach freundlich zu, so als würdest Du einen alten Bekannten begrüßen
oder
• Lächle weise vor Dich hin, als hättest Du gerade die Erleuchtung erlebt.
oder
• Nimm Dir etwas zu schreiben und notiere (sichtbar) die dumme Bemerkung.
oder
• Nimm Dir einen Augenblick Zeit und beobachte Dein Gegenüber neugierig, so, als hättest Du ein höchst seltenes, exotisches Wesen  vor Dir.
oder
• Mach eine Atemübung: Atme tief ein und sehr sehr langsam und hörbar aus

Tipps: Erkläre nie Dein Verhalten, selbst wenn Dein Gegenüber danach fragt. Kehre schweigend zu dem zurück, was Du getan hast oder tun wolltest. Lass Dich nicht weiter ablenken und investiere keine Energie mehr in den Angriff.

Uschi hat sich für das Aufschreiben der Bemerkung entschieden. Frau Berg wollte natürlich sofort wissen, was sie da mache. Daraufhin hat Uschi den Zettel ganz langsam zur Seite geschoben, Frau Berg freundlich angelächelt und weitergearbeitet. Sie hat es geschafft, zu schweigen.
Ab diesem Tag war der Köcher mit Frau Bergs Giftpfeilen aus dem Büro verschwunden.

Natürlich gibt es auch Selbstverteidigungsstrategien, die mehr Worte machen – aber davon ein andermal mehr!

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