Wo der Spaß endet…

Es gibt viele Arten „Nein“ zu sagen. Es gibt ein freundliches „Nein“, das niemanden verletzt, ein diplomatisches „Nein“, ein liebevolles „Nein“ und andere. Einige davon werden wir noch genauer vorstellen.

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🛑 Es gibt auch ein „Nein“, dass dringend erforderlich ist, wenn der Spaß endet. Wenn Du respektlos behandelt wirst, wenn Dich jemand demütigt oder vorführt, wenn Dir jemand zu Nahe tritt. Dann sind die genannten „Nein“-Varianten vollkommen fehl am Platz und außerdem auch wirkungslos. Hier brauchst Du ein „Nein!“, das nachhallt wie ein Donnerschlag, klar und unmissverständlich. Ein „Nein!“, das Du dem Angreifer entgegen schmetterst, wie einen Vorschlaghammer.

Vielleicht wirst Du es niemals brauchen. Glück gehabt! Aber es zu kennen, gibt Dir schon Sicherheit, die Du ausstrahlst und die vielleicht dazu beiträgt, dass Du es nicht brauchst.

👉Der Fall Anneli.

Anneli arbeitete schon fast 2 Jahre in einem kleinen Unternehmen im Verkauf. Immer wieder musste sich die junge, attraktive Frau zotige Bemerkungen anhören, nicht selten als „Humor“ verpackt.

Unsicher, wie sie im Umgang mit ihren Kollegen war, machte sie einen der schlimmsten Fehler, den man machen kann, sie lachte mit. Und jedes Mal schloss sie, ohne es zu ahnen, mit ihrem Gegenüber einen Vertrag. „Ja, so darfst Du mit mir umgehen, mit mir kannst Du das machen.“ Und mit jedem Mal, wo sie „Ja“ zu dieser Behandlung sagte, verlor sie mehr Respekt und die Verachtung ihrer Kollegen und Kolleginnen wuchs. Verachtung, weil sie so schwach und unterwürfig war, Verachtung, weil sie sich alles bieten ließ. Da sie keine Grenzen setzte, lud sie sogar noch weitere Mitarbeiter ein, auf ihr herumzutrampeln.

Irgendwann wurde es heikel. Die zunächst verbalen Entgleisungen wandelten sich und ein Kollege wurde zudringlich. Als sie versuchte sich zu wehren, ließ er sie eiskalt „abtropfen“  und fragte, wo denn ihr legendärer Humor plötzlich geblieben sei und sie solle sich doch mal nicht so anstellen. Ähnliche Reaktionen erhielt sie auch bei ihrem Vorgesetzten.

Als ich Anneli wenige Tage nach diesem Vorfall kennenlernte, war sie immer noch vollkommen verwirrt und verunsichert. Sie wollte nicht mehr zur Arbeit gehen, wollte sich aber auch nicht offizielle Hilfe suchen, da sie davon überzeugt war, es würde ihr niemand glauben. Da stand schließlich die Aussage einer „kleinen, dummen Verkäuferin“, wie sie es ausdrückte, gegen die eines langjährigen, verheirateten Mitarbeiters, der ihr vorgesetzt wahr und einen guten Ruf genoss.  Außerdem plagte sie ihr Gewissen, ob sie ihm vielleicht dadurch sein „Leben versauen“ könnte. (Kein seltenes Phänomen)

Nachdem sie mir den Vorfall genau beschrieben hatte, konnte ich sie davon überzeugen, dass sie das nicht so stehen lassen könne und es erfolgten entsprechende, rechtliche Schritte.

Unabhängig von der juristischen Seite war es für die junge Frau aber auch wichtig, zu erkennen, dass sie diese Entwicklung womöglich hätte früher aufhalten können, wenn sie konsequent reagiert hätte.

Wir arbeiteten an ihrer inneren Haltung. Anneli stärkte ihr Selbstvertrauen und ihre Selbstsicherheit. Sie lernte, sich eine Art innere Rüstung zuzulegen und sie lernte ein kompromissloses, knallhartes “Nein!“.

Die Sache ging aus, wie so oft in solchen Fällen: Man ließ sie geräuschlos aus ihrem Vertrag, es gab einen kleinen Vergleich in Form einer Einmalzahlung und das war’s. Leider!

Anneli hat einen neuen Arbeitsplatz. Ihre Befürchtung, in der kleinen Gemeinde nie mehr einen Job zu finden, bewahrheitete sich nicht. Sie hat heute ein ganz anderes Auftreten. Sie hat gelernt, „Nein“ zu sagen und kann mit den verschiedenen Varianten elegant jonglieren. Das knallharte „Nein!“ hat sie bisher auch  noch einmal gebraucht. In einer Disko. Sofort hatte man verstanden – oh, mit der lieber nicht. Die wehrt sich!

Dulde nie – nie – niemals auch nur für eine Sekunde eine Demütigung, Schmähung oder eine andere Übergriffigkeit. Nie! Egal von wem! Nicht am Arbeitsplatz, nicht zuhause. Nirgends! Schließ keine Verträge!

Zeig klare Kante und sei konsequent. Und – vor allem, lach nicht mit. Es ist nicht lustig, wenn ein Mensch respektlos behandelt wird. Und da gibt es keine Ausnahmen und keine Entschuldigungen. Fertig.

🥊 Steh sofort auf, trete einen oder zwei Schritte zurück und bau Dich auf. Brust raus, Schultern nach hinten, Kopf hoch.

🥊 Schau Dein Gegenüber fest an.

🥊 Sprich deutlich lauter und tiefer als normalerweise. Leg Deine gesamte Autorität in Deine Stimme, aber fang keinesfalls an zu schreien!

🥊 Sag mit klarer, strenger Stimme ein bis zwei Sätze (nicht lange Monologe)

z.B:

„Stopp! So gehst Du nicht mit mir um!“

„Das reicht! So redest Du nicht mit mir!“

„Stopp! Das ist eine Beleidigung. Hören Sie sofort damit auf!“

„Das ist nicht lustig! Das lass ich nicht mit mir machen!“

🥊 Damit ist jede weitere Kommunikation beendet. Lass Dich nicht auf Diskussionen ein.

🥊 Notfalls wiederhole den Satz immer wieder, wie eine Gebetsmühle. Oder, verlass die Situation!

🥋 Wenn es Dir schwer fällt, mit autoritärer Stimme zu sprechen, übe dieses Vorgehen zuhause. Sprich die Sätze kraftvoll und laut gegen eine Wand und stell Dir dabei vor, Du würdest sie einem Angreifer an den Kopf schmettern.

Nimm eine starke Körperhaltung ein. Bau Dich richtig auf!

Mach eine Tonaufnahme und höre Dir an, wie Du klingst. Bist Du überzeugend? Sprichst Du laut, klar und nicht hektisch? Ist die Stimme tief oder zu schrill?

Durch dieses Training ist die Strategie nachher nichts Fremdes mehr für Dich und kann im Bedarfsfall abgerufen werden!

🙏 Ich wünsche Dir, dass Du dieses „Nein!“ niemals brauchen wirst. Aber falls doch, bist Du vorbereitet!

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